Rundbrief

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Hier der aktuelle Rundbrief vom 1o. Oktober 2019

Rundbrief – Krebs im Freundes-/ Familienkreis

„Krebs – plötzlich im eigenen Umfeld“

Liebe Leser
und all jene, die ich auf ihrem Weg begleiten darf,
Krebs, eine Krankheit, die laut Statistik jeder Menschen ein Mal im Leben bekommt. Nun gut, mancher bekommt im Leben mehrfach Krebs und dadurch ein anderer gar nicht … es ist eben eine Statistik. Aber nun ist es so: Sie erfahren, dass ein Freund oder Familienmitglied Krebs hat. Und Sie sind tief betroffen und wissen nicht, wie Sie sich verhalten dürfen.
Krebs betrifft nicht nur die Erkrankten. Auch das Leben ihrer Familien und engen Freunde verändert sich. Mit der Situation umzugehen, ist für alle nicht leicht.
  • Doch wie spricht man über dieses Thema?
  • Muss man immer positiv denken und Mut machen?
  • Oder darf man die eigene Sorge offen zeigen?
In vielen Familien muss auch der gewohnte Alltag neu organisiert werden. Angehörige übernehmen mindestens teilweise Aufgaben, um die sich bisher Patientin oder Patient gekümmert haben. Dann ist es besonders wichtig, die eigenen Kräfte zu stärken und sich bei Bedarf auch Unterstützung zu suchen. Was für Angehörige und Freunde wichtig ist und wo man sich Hilfe holen kann, dazu biete ich Ihnen neben diesem Rundbrief individuelle Informationen in einem einstündigen Coaching.
Helfen – aber wie?
Krebs – eine schwierige Zeit für alle.
Ob Patient oder Familienmitglied – mit der Diagnose und der Angst vor der Zukunft haben alle zu kämpfen –  jeder auf seine Weise. Das macht das Reden über Krebs nicht einfach. Die meisten (Ehe-)Partner, Angehörigen und Freunde von Krebspatienten wollen helfen.
Doch wie genau, das ist weniger klar:
  • Soll man offen über alles sprechen?
  • Oder ist es besser, Patienten mit manchen Themen zu verschonen und sie möglichst von allen Aufgaben zu entlasten?
  • Muss man immer stark bleiben?
  • Oder kann man auch die eigenen Sorgen zeigen?
Selbst in langjährigen Beziehungen stellen diese Fragen die meisten Paare vor eine Herausforderung. Verwandten und Freunden geht es ähnlich. Noch schwieriger wird es, wenn man sich zwar nahe steht, sich aber nicht so häufig sieht. Ist das Verhältnis nicht so eng, etwa bei Nachbarn oder Kollegen – dann stellen sich viele Menschen die Frage, ob sie die Erkrankung von sich aus überhaupt ansprechen sollen.
  • Wie kann man mit der Situation umgehen?
Um herauszufinden, wie man Betroffenen weiterhelfen kann, gibt es nur einen Rat:
  • Fragen Sie nach.
Die Scheu vor einem solchen Gespräch ist verständlich. Es ist auch ganz normal, die Erkrankung eine Zeitlang auszublenden. Doch auf Dauer hilft Schweigen nur selten weiter. Wenn wichtige Dinge geregelt werden müssen. Oder wenn man mit den eigenen Gefühlen nicht mehr zurechtkommt. Dann sollte man die Angst vor einem offenen Gespräch überwinden.
  • Wie kommt man als Angehöriger oder Freund selbst mit den eigenen Sorgen, den Anforderungen und Veränderungen zurecht?
Vielleicht haben Sie in Ihrem Leben schon andere Krisen erfolgreich bewältigt. Auf diese Erfahrung können Sie zum Beispiel zurückgreifen und daraus Kraft schöpfen.
  • Stehen Sie zum ersten Mal vor einer Situation, in der Ihre bisherige Lebensplanung infrage gestellt wird?
Dann hilft Ihnen dies vielleicht weiter: Viele Familien oder Paare, in denen jemand an Krebs erkrankt war, haben diese Herausforderungen schon gemeistert. Und nicht wenige berichten, dass sich ihre Beziehung dadurch vertieft oder erneuert hat. Ich selbst war 2005 betroffen mit Brustkrebs und kann aus dieser Erfahrung sehr viel Positives schöpfen.
Unterstützen:
Was Angehörige für Patienten tun können
  • Da sein – das hilft auch ohne Worte weiter.
Anteilnahme zeigen:
Den meisten Krebspatienten und –Patientinnen ist die Unterstützung durch andere Menschen langfristig enorm wichtig. Dies zeigen wissenschaftliche Studien.
  • Zuwendung und Anteilnahme helfen Betroffenen dabei, ihre Erkrankung besser zu bewältigen.
Viele Menschen sind sich allerdings nicht sicher, wie sich Krebspatientinnen oder Krebspatienten gegenüber verhalten sollen.
Die wichtigste Botschaft ist: Es ist im Zweifelsfall gar nicht so wichtig, was Sie sagen.
  • Zeigen Sie, dass Sie da sind und Ihnen der oder die Betroffene wichtig ist. Damit können Sie kaum etwas falsch machen.
Miteinander reden:
Krebs löst nicht nur bei Patienten, sondern auch bei ihren Angehörigen starke Gefühle aus. Um die Betroffenen nicht zu belasten, behalten viele Angehörige ihre Empfindungen für sich. Dieses Schweigen kostet Kraft und erschöpft. Besonders Menschen, die bisher Probleme eher mit sich allein ausgemacht haben, tun sich mit dem Reden oft schwer: Sie müssen die Bereitschaft, sich zu öffnen, erst entwickeln. Das gilt für Patienten wie für Angehörige. Wie kann man vorgehen?
  • Wagen Sie den ersten Schritt, sprechen Sie über das, was Sie beschäftigt und fragen Sie Ihren Angehörigen nach seinen Sorgen und Empfindungen.
Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Verbindung Sie tragen wird.
  • Haben Sie aber auch Geduld!
Nicht selten brauchen Menschen Zeit, um ihre eigenen Gedanken zunächst für sich selbst zu klären. Erst dann können sie Hilfe und Zuwendung annehmen oder zumindest wertschätzen.
Nachfragen statt ungefragt raten:
  • „Gut gemeint“ ist bei der Diagnose Krebs nicht genug.
Auch wenn Sie in bester Absicht handeln: Vermeiden Sie es, Patient oder Patientin mit Tipps und Ratschlägen zu überfordern oder ungewollt zu verunsichern. Das ist besonders wichtig, wenn Sie selbst nicht genau wissen, was die behandelnden Ärzte zur Therapie bereits vorgeschlagen haben oder wovon sie abraten.
  • Setzen Sie Betroffene auch nicht ungewollt unter Druck, etwa mit der Aufforderung, immer positiv zu denken oder mit Tipps zu bestimmten Heilmethoden oder Spezialisten.
Bedenken Sie:
Womöglich erleben die Betroffenen die Situation ganz anders, als Sie es selbst tun. Oder sie wünschen sich andere Dinge als die, die Sie sich selbst in einer solchen Situation wünschen würden.
  • Fragen Sie nach, wie der Betroffene die Situation erlebt und was er braucht.
Selbstbestimmung respektieren:
In den meisten Ehen, Partnerschaften und Familien verändert die Krankheit die bisherige Rollenverteilung, zumindest zeitweilig. Das kann von alltäglichen Haushaltsangelegenheiten, über finanzielle Dinge, bis hin zu der Planung der gemeinsamen Zukunft gehen.
Selbst wenn es nur der Wunsch ist, den Betroffenen möglichst zu schonen:
Man sollte, wenn irgend möglich, nicht über seinen Kopf hinweg handeln.
  • Schließen Sie Patientin oder Patient nicht von vornherein aus. Besprechen Sie, was Sie übernehmen und wo Sie entlasten können.
Veränderungen akzeptieren:
Krebs ist keine Erkrankung, die nach ein oder zwei Wochen wieder vorbei ist. Betroffene erleben über einen längeren Zeitraum Höhen und Tiefen. Sie passen sich an, sie erleben Hoffnung und manchmal auch Rückschläge. Das gilt genauso auch für Angehörige. Das Bedürfnis nach Nähe und Unterstützung kann sich verändern. Ein- und derselbe Mensch braucht zeitweilig viel Zuwendung, ein paar Tage später vielleicht aber Zeit für sich alleine. Und manchmal können Patientinnen und Patienten auch Phasen der Wut und Aggression durchleben, ausgelöst zum Beispiel von der Frage „Warum ich?“.
Fühlen Sie sich nicht gekränkt:
Ein zeitweiliger Rückzug heißt nicht, dass Ihre Unterstützung unerwünscht ist.
  • Signalisieren Sie, dass Sie auch später für den Betroffenen da sind.
Zunächst wünschen sich viele Betroffene, die gewohnte Normalität zurückzubekommen.
Im Verlauf der Erkrankung kann sich das ändern:
Auch wenn die Erkrankung gut bewältigt wurde, hat sich der Blick auf die Zukunft verändert. Nicht wenige Menschen mit Krebs betrachten ihr bisheriges Leben neu.
Genauso geht es ihren Angehörigen:
Man nimmt sich vor, Dinge in Zukunft anders zu regeln als bisher.
  • Gehen Sie möglichst offen mit solchen Veränderungen um.
  • Sprechen Sie an, wenn Sie sich Gedanken über die Zukunft machen.
  • Fassen Sie den Mut, auch ungewohnte Dinge nicht von vornherein abzulehnen.
Flexibel bleiben:
  • An manchen Tagen steht die Krankheit im Vordergrund Ihres gemeinsamen Lebens. An anderen kann ein Stück Alltag zurückkehren – ohne dass Sie deshalb ein schlechtes Gewissen haben müssen.
Überlastung vorbeugen:
Was Angehörige für sich selbst tun können:
Mitfühlen, Helfen, Unterstützen – das geht auf Dauer nur, wenn man selbst die Kraft dazu hat. Wer als Angehöriger immer im Einsatz ist, kann an die Grenzen seiner Belastbarkeit kommen – manchmal ohne es selbst zu merken. Das Gefühl „ich habe alles im Griff“ kann täuschen. Dagegen sollte man sich wappnen.
Hier die wichtigsten Ratschläge:
  • Versuchen Sie nicht, alles alleine zu schultern. Suchen Sie frühzeitig nach Möglichkeiten der Unterstützung.
  • Und scheuen Sie sich nicht, Hilfe auch anzunehmen.
Ein offenes Ohr finden:
Überlegen Sie, wo Sie selbst Ihre Ängste und Sorgen besprechen können und für Ihre eigenen Gefühle Verständnis finden. Das können gute Freunde sein, aber auch organisierte Angebote oder ein Coaching.
  • Möglichkeiten gibt es viele – Diese Angebote richten sich nicht nur an Patienten, sondern in der Regel auch an Angehörige.
Zeit für sich schaffen:
  • Gönnen Sie sich kleine Auszeiten.
Vielen Angehörigen reicht dazu schon ein kurzer Spaziergang, der wöchentliche Termin im Sportverein oder ein ähnlicher Ausgleich. Das schafft Zeiten, in denen das Thema Krebs nicht allen Raum einnimmt und hilft, Kraft zu tanken.
Praktische Hilfe suchen:
  • Überlegen Sie, wer Sie bei ganz praktischen Aufgaben unterstützen könnte.
Vielleicht gibt es in der Familie oder im Freundeskreis Menschen, die Ihnen kleinere oder größere Aufgaben abnehmen.
Miteinander teilen:
  • Besondere Situationen bewältigen
Manchmal benötigen Patienten professionelle Hilfe, um ihre Situation zu bewältigen. Angehörige sind oft genauso belastet.
  • Welche Situationen gelten als besonders schwierig?
Und hier noch ganz wichtige Tipps für alle, deren Familienmitglied oder Freund/in erkrankt ist:

Was sagt man einem Menschen, der an Krebs erkrankt ist? Und was wollen Krebskranke auf keinen Fall hören? Hier sind ihre Antworten:

  • „Das tut mir alles so leid“

Betroffene wissen selbst, dass sie Krebs haben und die Situation schlimm ist. Bemitleidet und in eine Sonderrolle gedrängt zu werden, macht die Sache noch schlimmer.

  • Besser:
Den Blick in die Zukunft richten und zum Beispiel einen Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug nach der Therapie schenken. „Wenn du hier fertig bist, machen wir eine Fahrradtour. Stell Dir das vor, wir beide.“
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  • „Ich schaffe es leider nicht, Dich im Krankenhaus zu besuchen.“

Wer mit der Diagnose Krebs im Krankenhaus liegt, freut sich über jede Ablenkung.

Daher: Einfach hingehen – und am besten noch etwas Aufmunterndes mitbringen. Das kann ein auf Papier gemalter Smiley sein, den Sie bei dem Patienten am Fußende des Bettes mit Tesa ankleben, so dass der Liegende ihn immer sehen kann o.ä. Oder wenigstens ein Foto schicken – am besten eines, das an gemeinsame Zeiten erinnert.  * Aber bitte nicht mit weinendem Hundeblick ins Krankenhaus kommen. *

  • Besser:

Normalität ausstrahlen, gemeinsam etwas unternehmen und kleine Erfolge kommentieren, zum Beispiel mit: „Hey, ich hatte befürchtet, dass ich Dir jetzt die Tür aufmachen müsste.“

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  • „Hast Du schon das Ergebnis der Untersuchung?“
Für Krebskranke die Horrorfrage schlechthin.
  • Besser:
Abwarten, bis der andere von sich aus davon erzählt und echtes Interesse an der Diagnose und der Therapie zeigen: „Magst Du mir erklären, wie es weiter geht und was die Ärzte für die nächsten Wochen geplant haben?“
* Und auf keinen Fall nach den Heilungschancen fragen.*
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  • „Wie geht es Dir“?

Die Frage scheint harmlos, aber Krebskranke wissen oft selbst nicht, wie es ihnen gerade geht – der Gefühlszustand kann sich im Minutentakt ändern.

  • Besser:

„Ich hoffe, es geht Dir gut.“ –  Das setzt den anderen etwas weniger unter Druck.

Möchten Sie individuell wissen, wie Sie mit einem Krebserkrankten umgehen dürfen?
Dann schreiben Sie mir einfach eine kleine Nachricht und ich helfe Ihnen, einen für beide Seiten angenehmen Umgang zu finden – egal, ob Sie Angehöriger, Freund oder Bekannter sind.
Versprochen!
Übrigens – Sie dürfen den Rundbrief gerne weiterleiten. Vielleicht denken Sie ja gerade an jemanden, der sich darüber freuen würde. Ob Familie, Freundes-, Bekannten- oder Kollegenkreis, manchmal braucht es nur einen kleinen Impuls für ein gutes Miteinander.
Falls Ihnen dieser Rundbrief schon weitergeleitet wurde und Sie in Zukunft keinen verpassen wollen, können Sie ihn auf meiner Homepage kostenfrei bestellen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und ein ausgeglichenes Leben!
Mit besten Grüßen
bs-struktur
Beate Schulz
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